StartseiteKalenderFAQSuchen...MitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | .
 

 KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
MÄRCHENBUCH
KÖNIGLICHES ADMINTEAM


Anzahl der Beiträge : 18
Anmeldedatum : 03.08.13

BeitragThema: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Fr Mai 30, 2014 3:03 pm

steht ja nun schon lange aus! ♛
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://make-us-sin.forumieren.com
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Fr Mai 30, 2014 4:09 pm

YOU WALK A LONELY ROAD
OH, HOW FAR YOU ARE FROM HOME


Die leichte Sommerbrise, die die hellen blonden Haare des jungen Mannes, der just in diesem Moment aus der Bahn ins Freie trat in einem spielerischen Tanz hob, roch selbst für einen gewöhnlichen Menschen so sehr nach Frühling, dass die meisten um ihn herum genießerisch tief einatmeten. Mit den schlanken Fingern seiner rechten Hand fuhr der hochgewachsene Mann einmal durch die in Unordnung gebrachten Haare und ließ seinen Blick über den Bahnsteig im hellen Licht der Frühlingssonne wandern. Überall um ihn herum strömten eilige Menschen, und doch - manche von ihnen hielten inne, hoben ihr Gesicht zu Sonne und lächelten leicht zu sich selbst. Schmunzelnd setzte er sich in Bewegung; immerhin würde heute ein ereignisreicher Tag werden.

Doch, natürlich, ich kann sie gern bis dorthin bringen! Das Gelände ist sehr verwirrend, wenn man neu hier ist. Sind sie Dozent?“ Kyle musterte die schlanke, aber dennoch irgendwie sehr präsente Brünette vor ihm mit einem höflichen Lächeln. „Nein, Student“, korrigierte er dann mit einem Hauch von Desinteresse in der Stimme, „und es reicht vollkommen, wenn sie mir auf der Karte zeigen, wo er sich befindet, Danke.“ Die Brünette - Charly? Sie hatte einen Namen erwähnt - schien vor Enttäuschung zwei Zentimeter ihrer eindrucksvollen Größe zu verlieren. Trotzdem, Kyle’s schlechtes Gewissen hielt sich in deutlichen Grenzen. Etwas an ihrer Erscheinung sagte ihm nicht zu. Vermutlich war es ihre ordentliche Kleidung, keinen Millimeter neben dem, was die Menschen dieser Tage für „chic“ erachteten. Sie gab sich alle Mühe, den ersten Eindruck gegenüber der Welt zu einem bestmöglichen Auftritt zu machen, wahrscheinlich weil sie einen zweiten prüfenden Blick nicht überstehen würde. Ihre Haltung war kokett, aber etwas sagte ihm, dass das nicht die Art war, wie sie sich einem Mann annähern würde, wenn sie nicht denken würde, dass es so am verführerischsten war. Durch und durch eine Frau ihrer Zeit. Ihre Ästhetik war so verloren wie die der Welt, die die Menschen mit Metall, Dampf und Kupferdrähten zu erschaffen versuchten. Durch und durch ein Fehler. Ein bedauernswertes Geschöpf. Kyle neigte dankend den Kopf, als sie auf einen Punkt auf der Karte zeigte.

Entgegen dem ersten Eindruck, den die junge Frau soeben gemacht hatte, waren die Menschen die sich hier tummelten bei weitem nicht alle von ihrer Art. Kyle lächelte, als er an einem Pulk von bunthaarigen und lauthals lachenden Studenten in farbverkrusteten Latzhosen vorbeikam, die auf der Wiese vor ihren Staffeleien saßen und die Modelle einfingen, die der junge Frühling ihnen bot. Ja, erinnerte er sich, auch in diesen dunklen und kalten Tagen, weitab von Märchen und Fantasie gab es immer noch die Menschen, die sahen. Die fühlten. In denen, die sich den schönen Künsten - oder dem, was von ihnen übrig war - zuwandten, waren sie deutlich häufiger als unter denen, die nie zufrieden waren mit der Antwort, dass manche Dinge eben auch noch in diesen Tagen ein Wunder waren. Manchmal fragte Kyle sich, ob man so noch glücklich werden konnte, so glücklich wie die Kinder in den Leinenroben, die früher in den kristallklaren Tümpeln ihrer Heimat mit dem fremden blonden Jungen geschwommen waren, und die eine simple Freude am Sein gehabt hatten, ohne immer noch eine Frage zu stellen. Denn wenn man alles hinterfragte, hinterfragte man dann nicht auch das Glück?

Versonnen mit der Zunge an der Innenseite seines linken Snakebite spielend schlenderte Kyle auf die gläserne Flügeltür des allein stehenden Gebäudes zu, in dem die Eröffnungszeremonie stattfinden sollte. In einer eleganten Tasche, deren Gurt locker über seinen Arm hing befanden sich alle Materialien, die er am heutigen Tage zu brauchen erwartet hatte. Unter der mattschwarzen Lederjacke mit den dunkelsilbrigen Reißverschlüssen trug er ein weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt, was seiner Figur ebenso Respekt zollte wie die helle Jeans, die von einem breiten grauen Gürtel daran gehindert wurde, vollends über seine Hüftknochen zu rutschen. In dem selben grau waren auch die unauffälligen Sneakers an seinen Füßen gehalten. Der schwere Siegelring des Sommerhofes - ihn zierte ein silberner, filigraner Baum, dessen gewundene Äste sich zudem um das Band des Ringes wanden - glänzte in der Sonne, als er einen Moment innehielt um einen Blick auf sein iPhone zu werfen, was ihn soeben mit einem Vibrieren in seiner Hosentasche an seine Existenz erinnert hatte. Kaum hatte er den Blick einen Moment von der Straße gelöst, geschah etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Jemand offenbar sehr Abgelenktes stolperte von schräg hinten in ihn hinein, vermutlich überrascht davon, dass er so plötzlich innegehalten hatte. Ein unterdrückter Fluch drang an sein Ohr, und aus dem Augenwinkel konnte Kyle zwei Dinge erkennen: Strahlend blaue Haare und einen fallenden Kaffeebecher aus Pappe. Seine Reflexe schlugen zu, ehe er näher darüber nachdenken konnte. Geschmeidig schnellten seine Hand und sein Oberkörper nach unten und statt auf dem Boden landete der warme Becher in seinem festen Griff. „Tut mir leid“, lächelte er, und richtete sich wieder auf, um den Kaffee seinem Besitzer zurückzugeben. Seiner Besitzerin, korrigierte er sich unmittelbar danach in Gedanken. Seiner ziemlich attraktiven Besitzerin, sogar für elfische  Maßstäbe. Kyle sah in ein Paar Augen, die mindestens ebenso grün waren wie die seinigen, nur um einige Nuancen dunkler. Eher ein sattes Moosgrün, sinnierte er. „Hier, dein Kaffee“, bemerkte er dann, jetzt mit deutlich wärmerer Stimme. Mit einer Schulterbewegung deutete Kyle in Richtung des Gebäudes. „Musst du auch dort rein?“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Fr Mai 30, 2014 6:16 pm

{  YEAH A BITCH IS A BABE IN CONTROL OF HER LIFE;
AND SHE'LL NEVER BE A PART OF THE HIVE.

Es war ein fuchtbar hecktischer Start für sie gewesen, dieser Morgen. Sie war darauf nicht vorbereitet gewesen, dass ihr Wecker versagte - oder eben sie darin versagte, auf ihren Wecker zu hören und aufzustehen. Ein paar Minuten später als geplant, startete ihr Tag also furchtbar gestresst. Sie schlüpfte in ihren rotkarrierten rock und ihre weiße Bluse und band sich ihre Krawatte zunächst locker um den Hals. Direkt dazu fand sich bald eine goldene lange Kette mit einer kleinen Uhr als Anhänger daran über der Krawattenspitze ein und baumelte gleich hecktisch weiter, als sie sich vorbeugte um ihre Haare mit Haarspray einzusprühen und fast in der selben Bewegung ihre Socken erwischte und vom Boden aufhob. Sie streifte sie sich über, wobei ihr zunächst nicht wirklich auffiel, dass sie einen weißen und einen hell-gelben Sneaker erwischt hatte und schlüpfte in ihre Schwarzen Chucks. Leicht abgenutzt und mit Farbe bekleckst und von Gras an den Rändern leicht eingefärbt, schienen sie ihr die perfektesten Schuhe zu sein, die sie tragen könnte.

Mit dem halb gefüllten Rucksack und der hellen Jeansjacke unter dem Arm geklemmt stolperte sie ihre Eingangstreppe hinunter, und zog die Türe hinter sich zu. Kaum war sie draußen angekommen, schlüpfte sie in ihre Jacke und kramte ihr Portmonai aus ihrem Rucksack. Sie lief bereits los, während sie aus dem Innenfach ihre Münzen zusammenzählte um sich einen Kaffee kaufen zu können, sobald sie an dem Kiosk ankommen würde. Die paar Münzen in einer festen Faust eingeschlossen schulterte sie den Rucksack und nahm die Beine in die Hand um den Zwischenstop zeitlich gesehen danach wieder wett machen zu können. Als sie ankahm und noch ein paar Menschen vor sich in der Schlange erkannte war sie sich nicht mehr ganz sicher, stellte sich aber trotzdem an. Sie wollte ihren Kaffee bekommen, bevor sie sich in einen anstrengenden Tag stürzen musste, von dem sie noch nicht wusste, was er alles für sie bereit halten würde. Sie kam drann und bestellte einen einfachen Kaffee, schüttete sich selbst etwas Milch am Stehtisch nebenan ein und öffnete drei Päckchen Zucker, die in der braunen Brühe versanken. Sie rühte mit dem Plastikstäbchen um, steckte es sich dann zwischen die Lippen und nahm sich eine Servierte die sie wegen der Hitze um den Becher packte und steckte dann den Plastikdeckel sicher darauf. Sie lief weiter und warf das Umrührstäbchen als bald sie einen Mülleimer fand weg.

Sie bog um ein paar weitere Ecken, die sie damit verbrachte in diesen Kaffeebecher zu pusten und vorsichtig daran zu nippen. Gerade als sie den ersten großen Schluck nehmen konnte, fand sie sich bereits auf dem Collegegelände wieder und lief hinter einem hochgewachsenen jungen Mann den Weg entlang. Sie entfernte die Servierte und hielt sie in ihrer Hand eingeschlossen fest und nahm einen weiteren Schluck. Als sie den Kaffee allerdings gerade wieder von ihren Lippen nahm und nach vorn schauen wollte, blieb ihr Vordermann abrupt stehen und überraschte sie dermaßen, dass sie gegen ihn prallte, zurückschreckte und ihren Kaffee bedrohlich nahe an ihre weiße Bluse brachte. Sie wusste nicht wohin in dem Schreck und versuchte ruckartig wieder Halt zu finden, während ihr Becher ihrer Hand entglitt und ihr Blick den sie gerade auf ihr Gegenüber richten wollte, als er sich zu ihr umdrehte, folgte verschreckt, während sie ihrem Kaffee bereits nachtrauerte. "Oh verdammter Mist!", fuhr es ihr über die Lippen während sich nun ihr Blick klareren Konturen hingeben konnte. Ihr Gegenüber reichte ihr ihren nahezu unversehrten Kaffeebecher, aus dem bis auf ein paar Tropfen nichts entwichen zu sein schien. Sie nahm ihn verwirrt wieder entgegen und drückte die zusammengeknüllte Servierte gegen den Becher, den sie nun sicher in beiden Händen hielt. Erst dann hob sie den Kopf wieder an. Er hatte sich entschuldigt und lächelte sie nun an. Und er der da vor ihr stand, sah garnicht so schlecht aus. Eher war er ein echtes Meisterwerk der Gene seiner Eltern geworden. Er war hochgewachsen, blond, strahlte irgendwie ganz merkwürdig aus sich heraus und fing ihren Blick mit seinen grünen Augen gerade zu ein. Er stach eindeutig heraus, allerdings wusste sie nicht, was sie mit diesem Menschen und ihrem Kaffee anfangen sollte. Er war ihr doch gerade fast auf den Boden geprallt und dieser Mensch hatte ihn einfach aufgefangen und gerettet... Sie hatte einfach nicht genug geschlafen, daran lag es. Sie lächelte zögerlich und nickte dann als Antwort auf seine Frage. "Ähm ja, nein, also doch. Danke? Auch? Oh." Sie rümpfte ihre Nase leicht erzürnt über ihre Wortgewandtheit und nahm dann leicht verzweifelt einen großen Schluck ihres geretteten Kaffees. "Nun, wir sollten weiter, wenn wir nicht zuspät kommen wollen, oder?" Sie warf einen Blick auf ihre Umhängeuhr und stellte erleichtert fest, dass sie nicht viel später drann war, als sie erwartet hatte. Etwas mutiger blickte sie nun auf und legte den Kopf leicht schief.


Zuletzt von Felice Coco Campabell am Mo Jul 07, 2014 5:14 pm bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   So Jun 01, 2014 4:08 pm

Als seine Gegenüber ihre ersten, irritiert stotternden Worte an ihn richtete, konnte er sich nicht helfen, und lachte leise in sich hinein. Gewohnt war er es bei weitem, dass Sterbliche, besonders die weiblichen Exemplare, hin und wieder ihr gesamtes Vokabular und ihre Geschwätzigkeit mit einem Schlag zu verlieren schienen, wenn sie ihn ansahen, aber dies hier schien etwas anderes zu sein - ehrliche Verwirrung und Unverständnis darüber, wie der verloren geglaubte Kaffeebecher so unversehrt seinen Weg zurück in ihre Hand gefunden haben konnte, schien eher zuzutreffen als ersteres. Interessant, entschied Kyle, und niedlich. Vor allem niedlich. Zustimmend nickte er zu ihren Worten, und setzte sich wieder in Bewegung, und nach zwei Schritten ermahnte er sich selbst, etwas kleinere zu machen, als er sah, wie das Mädchen in einen möglichst unauffälligen Trab verfiel, um mit ihm Schritt zu halten. Es brauchte in etwa zehn weitere Meter, bis er seine Schrittlänge auf ein Tempo angepasst hatte, was angenehm für sie aussah. Ehrlich gesagt bezweifelte er, dass sie sich beschwert hätte, wenn er rücksichtslos sein eigenes Tempo beibehalten hätte. Huh.

Seite an Seite durchschritten sie die sich vor ihnen mit einem leisen Surren öffnende Glastür, nur um prompt in einem riesigen Pulk Menschen zu stehen. Offenbar waren sie nicht nur pünktlich, sondern sogar ein paar Minuten zu früh. Schräg vor der Blauhaarigen gehend schob Kyle sich durch die Menge, was ihm aufgrund seiner Größe recht leicht fiel. Hin und wieder warf er einen Blick über seine Schulter um zu prüfen, ob sie gut hinter ihm her kam, in der Schneise, die er durch die Menge schlug. Neben den hölzernen Türen, die wohl zu dem eigentlichen Saal führten, blieb er stehen und lehnte sich an die weiß verputzte Wand, den Blick auf dem Blauschopf verweilen lassend. „Und, wie ist dein Name?“, fragte er mit ehrlicher Neugier. Dass sie auf dieser Veranstaltung war bedeutete, dass sie auch Kunst studierte. Vermutlich nicht mit den exakt gleichen Kursen wie er selbst, aber es bedeutete, dass er ihr Gesicht am heutigen Tage vermutlich nicht zum letzten Mal sehen würde. Auf eine seltsame Art und Weise freute ihn das tatsächlich.

Doch bevor sie ihren Kaffeebecher von ihren Lippen hätte lösen können, drang eine helle Stimme von der anderen Seite an Kyle’s Ohren. Irritiert wandte er den Kopf in die Richtung, nur um direkt in ein bildhübsches, beinahe puppenhaft hübsches Gesicht zu blicken. „Hi“, das Wort allein klang, als ob die soeben aufgetauchte Blondine sich am liebsten an Ort und Stelle auf ihn stürzen würde. Nicht, dass Kyle ein Problem damit hatte. „Hi“, erwiderte er also in einer Tonlage, die sie zu bestärken schien. „Ich bin Mara“, informierte sie ihn mit einem geübten Lächeln der tiefrot geschminkten Lippen. „Studierst du auch hier?“ Kyle nickte. „Sieht ganz so aus, hm?“ Sich ein leichtes Lächeln gestattend neigte er den Kopf in ihre Richtung. „Ich bin aus dem vierten Semester, und habe die Aufgabe, mich um die Anliegen der… Hilfesuchenden Erstsemester zu kümmern. Also, wenn du irgendetwas brauchst“, sie zückte ihr Handy, was in einer schreiend pinken Hülle steckte, „sag mir einfach Bescheid. Egal, was es ist.“ Der hungrige Blick in seine Richtung war unübersehbar, und Kyle’s Lächeln verbreiterte sich. „Gern“, sein flirtender Tonfall stand ihrem in Nichts nach. Gerade hatte er ihre Handynummer eingespeichert und sie war davon geschwebt, da wandte er schon mit einer Entschuldigung auf den Lippen den Kopf wieder dorthin, wo eben noch der Blauschopf gestanden hatte. Hatte, das war der Punkt - neben ihm stand niemand mehr. Gereizt runzelte Kyle die Stirn. Das war ja nun nicht der Sinn der Sache gewesen.

Aber er hatte Glück, mehr als er erwartet hätte. Kaum war er an der Spitze der Menschenmasse ins Innere der Halle geströmt, als auch schon einer Schlacht gleich Studenten begannen, sich auf die freien Stühle zu stürzen. Es war offensichtlich, dass es deutlich weniger Sitzgelegenheiten gab als Sitzwillige, ein Fakt der niemandem entgangen war. Kyle landete durch seine Startposition an der Tür recht schnell ziemlich weit vorn im Raum, und durch puren Zufall erblickte er vor sich wieder die unverkennbaren blauen Haare. Sie schien aufgrund ihrer geringeren Größe ziemliche Schwierigkeiten zu haben, sich gegen den Menschenstrom zu behaupten. Kyle spähte über die Köpfe der anderen, und schob sich dann hinter sie, leicht eine Hand gegen ihren unteren Rücken pressend, sodass sie aus dem Menschenstrom herausbrechen konnten, und dann schob er sich blitzschnell in die zweite Reihe der aufgestellten Stühle, und schnappte die letzten beiden freien Plätze zwei jungen Männern mit gelinde gesagt interessanten Frisuren weg. „Sorry“, zuckte er mit den Schultern. An die nun sicher neben ihm sitzende Felice richtete er eine hochgezogene Augenbraue. „Du hast mir noch gar nicht gesagt, wie du heißt“, hielt er dann in einem warmen Tonfall fest.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Di Jun 03, 2014 2:15 am

{ I DON'T WANNA LIE ;
I TAKE WHAT YOU'RE GIVING.

Er war riesig, deswegen überraschte es sie nicht, dass er ihr innerhalb von ein paar Schritten meilenweit vorraus zu sein schien. Sie gab sich wirklich Mühe mit ihrer Größe seine Schritte einfangen zu können, doch es schien nicht ganz hinzuhauen. Doch dann schien er immer langsamer zu werden, so dass sie ihren gehezten Schritt ein wenig eindämmen konnte und mit etwas größeren Schritten als sonst, aber deutlich weniger anstrengenden als zuvor, mit den seinen mithalten konnte. Sie hätte sich bedankt, doch es erschien ihr komisch, weshalb sie darauf verzichtete. Stattdessen konnte sie nun wieder an ihrem geretteten Kaffee nippen um den Becher ein bedeutendes Stück leichter werden zu lassen. Immerhin wusste sie nicht ob in der Vorlesung und der Begrüßung und dem ganzen aufkommenden Trara überhaupt Getränke die leicht verschüttet werden konnten, erlaubt waren. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie ihren Kaffee unbedingt davor leeren sollte, um zu verhindern, dass er erneut in Gefahr geriet. Wer wusste schon, wer sich dabei kennenlernen ließ, wenn es sich um ein zweites Manöver - was wahrscheinlich deutschlich schlimmer ausgehen würde - handelte.

Sie nahm schnell noch ein paar weitere Schlucke, als Kyle sich nicht wieder zu Wort zu melden schien, sobald sie Richtung bedrohliche Türen eines bedrohlichen Gebäudes traten. Sie hatte den Becher fast ganz geleert, was sie sehr erleichterte, als Kyle die erste Türe öffnete und sich durch die ersten Massen drängte. Dank seiner Größe und vorallem dank ihrer Größe, hatte sie es bedeutent leichter hinterher zu kommen und nicht alle möglichen Menschen anrempeln zu müssen. Denn direkt hinter seinem Rücken, von dem sich kaum die Augen lösen ließen, entstand ein Zwischenraum den sie mühelos zu füllen nutzte und sich so einige Ellenbogen und fremde Brüste an ihrem Körper ersparte.

Als er sich an diese weiße Wand lehnte, direkt neben der ziemlich großen und schwer wirkenden Türe, wurde ihr erst bewusst wo sie sich eingefunden hatte. Zwischen all den Menschen kam sie sich vor wie eine kleine und unbedeutende Seele die sich in einem viel zu großen Raum verloren hatte. Jeder schien sich seines Platzes so unglaublich sicher zu sein und schaute hin und wieder gespannt und fast mit zu viel Vorfreude zu den Türen vor ihren eigenen Augen - aber auch zu Kyle. Sie setzte den Kaffeebecher wieder an ihre Lippen um die letzten Schlucke zu genießen, während sie sich darüber Gedanken machte, was sie jetzt tun sollte. Sie war nervös und sie kam sich hier ziemlich verloren vor, mit einem einzigen Menschen den sie jetzt...kannte?! Und eben dieser Mensch zog fast mehr Aufmerksamkeit auf sich, als sie ihr ganzes Leben lang hatte erhaschen können, oder unfreiwillig genossen. Seine Stimme dran an ihre Ohren und sie sah über den weißen Deckelrand zu ihm hoch, während sie die letzten Tropfen in ihren Mund rieseln ließ und seine Frage aufnahm. Sie war tatsächlich an Sie gerichtet, obwohl er sich gleichermaßen an jede andere innerhalb eines drei Meter Radius hätte wenden können. Denn diese Augenpaare schienen alle aufmerksam zu lauschen, als sich seine Lippen bewegte. Sie setzte den Becher ab und schluckte, ehe sie ihn wieder beobachtete, doch bevor sie sich überlegt hatte ob sie antworten sollte, schlich sich ein weibliches Wunder vor sie und begann relativ schnell eine Konversation dessen Ebene Felice bekannt war. Sie war hier überflüssig, entschied sie.

Sie wandte sich auf den Fersen um und hielt Ausschau nach einem Mülleimer, auf den sie dann zusteuerte und dabei gekonnt den Ellenbogen in Kopfhöhe auswich um ihr hübsches Köpfen vor Schrammen zu retten. Doch sobald die Türen geöffnet wurden konnte sie sich froh schätzen den Mülleimer überhaupt erreicht zu haben. Sie wurde von der Masse mitgedrängt und sie hatte nicht wirklich die Motivation sich dagegen zu stemmen. Also tat sie was alle taten : Einen Platz suchen auf dem sie sich niederlassen und erst einmal entspannen konnte. Doch es schien eine der schwierigsten Aufgaben des Tages zu werden und Felice ging einfach unter. Bis, ja bis, sie angetoucht wurde und sich nicht sicher war, was sie davon halten soll. Eine fremde Hand an ihrem Rücken, die sie sicher aus dem Strom direkt in die zweite Reihe zu steuern schien, atmete sie tief durch und versuchte sich in der inneren Ruhe für einen anstrengenden Tag zu wapnen. Erst ein paar Schritte weiter und erst ganz deutlich als sie bereits neben ihm saß - und das irgendwo unfreiwillig aber ziemlich ohne geleistete Gegenwehr - fiel ihr wirklich auf mit wessen Hand sie es zu tun gehabt hatte. Es sorgte sie erstaunlicherweise nun mit Gewissheit weniger und sie blickte dankend zu ihrem Retter auf. Sie fühlte sich einer Antwort schuldig, wenn gleich sie sich auch nicht sicher war, ob er sich ihren Namen überhaupt würde merken können, bei der Anzahl die er wohl genannt bekommen würde. "Felice Coco Campabell - bevor du wieder unterbrochen wirst. Und mit wem habe ich es zu tun?" ,sprach sie in einem gelasseneren Tonfall, als sie sich eigentlich fühlte. Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurecht und zog den Rucksack über die Schulter an sich. Sie hielt ihn mit einem Arm fest auf dem Schoß, damit er nicht weggerissen wurde, sobald jemand durch die Reihen wandern würde und blickte wieder zu ihrem mehr als bloß ansehnlichen Partner. Ihr war eben gar nicht aufgefallen mit was für einer Schönheit sie es zu tun hatte. Blonde Haare, grüne Augen - ja, aber vorallem Piercings die ihr nun auffielen und sie begeisterten. Vielleicht hatte er schöne Geschichten, wie sie? Und vielleicht konnte sie ja welche in Erfahrung bringen? Vielleicht.


Zuletzt von Felice Coco Campabell am Mo Jul 07, 2014 5:14 pm bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Di Jun 03, 2014 11:45 pm

Felice“, ließ Kyle sich den Namen langsam über die Zunge rollen, wie eine neue Eissorte deren Geschmack man erst lernen musste, oder wie eine exquisite Süßigkeit, die es zu genießen galt. „Ein schöner Name.“ Galant schenkte er der Blauhaarigen - Felice, jetzt hatte er einen Namen zu dem ebenmäßigen Gesicht und den grünen Augen - ein weiteres Lächeln, wohl registrierend, dass ihre Augen sein Gesicht abtasteten wie hauchzarte Finger. Als einer des schönen Volkes war man sich so vieler Dinge bewusster als die Menschen; begonnen damit wie die Luft sich bewegte, wenn ein anderer Mensch sich durch sie hindurch schob, wie das Licht sich in Regentropfen brach und wie Sonnenschein roch, wenn er das erste Mal durch die schweren Winterwolken brach. Wie Knospen flüsterten, wenn sie sich entfalteten und wie Flüsse sangen, wenn sie schwer von Regenwasser waren.

Geduldig ließ er sie beenden, was sie angefangen hatte - er hatte mitbekommen, wie der fast versonnene Blick ihrer dunklen Augen einen Moment an jedem der Punkte in seinem Gesicht verweilt hatte, an denen er sich Silber durch die Haut hatte stechen lassen - und legte nur minimal den Kopf schief, um ihr direkt in die Augen sehen zu können, als sie ihre Musterung beendet hatte. „Gefällt dir, was du siehst?“, fragte er dann mit einem leichten Lachen. Ihm war das allerdings keineswegs so unangenehm wie ihr, was er ihrer aufkommenden gesunden Gesichtsfarbe entnahm. Geschickt überging er diesen Moment - leicht zu überraschen, merkte er sich - indem er ihre zuvor gestellte Frage beantwortete. „Ah, ich bin Kyle. Kyle Nidawi.“ Gerade als er überlegte, was er noch sagen könnte, um ihr die Peinlichkeit ein wenig leichter zu machen, gingen um sie herum die Lichter aus, und Kyle wandte sich dem Podium vor ihnen mit seiner Aufmerksamkeit zu.

Eine halbe Stunde ohne nennenswerte Neuigkeiten später richtete Kyle sich in den abrupt wieder aufflackernden Lichtern wieder in seinem Stuhl auf und drückte seinen Rücken durch. „Das war beeindruckend wenig informativ“, merkte er dann an, denn irgendwie hatte er zunehmend das Gefühl, dass Felice eher weniger der Typ war, um von sich aus ein Gespräch aufzugreifen - zumindest nicht mit jemandem, den sie erst so wenig kannte wie ihn. „Welche Kurse hast - darf ich?“ Mit einem freundlichen Lächeln drehte er den Stundenplan, den sie im Verlaufe des Vortrages bekommen hatten in ihren Fingern etwas zu sich. Mit einem freudigen Ausdruck zeigte er auf das graue Feld. „Super, dann muss ich nicht allein dorthin gehen. Ich hab’ die nächsten zwei Stunden den gleichen Kurs. Das heißt, wenn du dich denn mit mir blicken lassen willst.“ Zwinkernd erhob er sich, und deutete ihr, als sie aus den Stuhlreihen herausgetreten waren, mit einer galanten Handgeste an, mit ihm zu gehen.

Auf halbem Wege zu ihrer nächsten Vorlesung brach Kyle das - überraschend angenehme - Schweigen zwischen ihm und Felice. „Sorry wegen vorhin, übrigens. Es gehört sich nicht, jemanden so zu missachten, dem man eben eine Frage gestellt hat. Kann ich das irgendwie wieder gut machen?“ Sinnierend wandte er den Blick zu der sattgrünen Wiese, an der sie gerade entlang liefen. Das Gelände dieses Universität war wirklich ungewöhnlich schön. Mit einem Mal kam ihm ein Gedanke, und er hielt in seinen Schritten inne, um sich zum Gras zu hocken. „Wie wäre es damit?“ Hinter seiner hohlen Hand versteckt presste er drei seiner schlanken Finger auf den Boden, ließ ein paar Tropfen seiner Magie in die Erde sickern. Als er seine Fingerkuppen von der Erde hob spross, wie im Zeitraffer verborgen hinter seiner anderen Hand eine strahlend weiße Narzisse empor, eine mit ungewöhnlich vielen Blütenblättern. Sie schien ein mattes Leuchten zu verströmen und als er sie fast schon bedauernd von der Erde trennte, stieg ihr süßer Duft an seine Nase. Zufrieden erhob Kyle sich, und schloss die drei Schritte zu Felice auf, die sie gegangen war, ehe sie realisiert hatte, dass er stehen geblieben war. „Ich bitte hiermit formell um Verzeihung“, grinste Kyle schelmisch, während er sich vorbeugte und mit einer federleichten Berührung die Blume in ihre Haare steckte. „Wollen wir?“, fragte er dann, und nickte zu dem Weg vor ihnen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Mi Jun 04, 2014 12:23 am

{ SO MUCH MORE THAN PLUTONIC

Felice wusste garnicht wo ihr der Kopf stand und was sie zuerst denken sollte. Kyle Nidawi wie sich der Fremde endlich zu nennen gab, überforderte sie ziemlich für ihren Geschmack. Dieser ganze Tag versprach anstrengend zu werden und für gewöhnlich hatte sie sich wirklich gut im Griff was Stress und komplizierte Situationen anging, doch dieser Mann war anders. Natürlich hatte sie sich die Freiheit genommen und ihr Gegenüber genau inspiziert, daran war ja nichts verwerflich. Eher würde es sie wundern, wenn Kyle das selbe nicht bereits mit ihr getan hätte. Allerdings hatte er den Trumpf der Größe, der vielleicht außerhalb ihres Blickfeldes zuließ, dass er sie unauffälliger beobachten konnte. Als er sie jedoch direkt auf ihr offenkundig festgestelltes starren hin ansprach ganz nach dem Motto, ob sein Außsehen ihren Vorstellungen von purer Sexyness entsprach, warf sie das leicht aus der Bahn. Einerseits fühlte sie sich ertappt und schuldig, aber andererseits war sie schließlich nicht die einzige der aufgefallen war, dass er existierte und natürlich auch noch die Definition von "sexy" zu sein schien.

Wahrscheinlich war er auch noch die Wiedergeburt Adams, der der bösen bösen Eva verfallen war und sich nun versuchte irdischen Glücks zu bereichern. Oh was dachte sie eigentlich. Sie war bloß froh, dass ihr die plötzliche Hitze die ihr die Wangen wohl verfärbt hatte endlich ihrer üblichen Körpertemperatur zu weichen schien. Eins stand fest. Wenn sie diesen Menschen wirklich kennenlernen würde, dann würde dies hier erstmal kein Einzelfall bleiben. Noch unsicher, ob sie dieses Risiko eingehen wollte, wurde ihr den Göttern sei Dank eine Antwort erspart und stattdessen wurde die Informationsveranstaltung eingeleitet und die Redner begannen ihr Werk. Die Informationen schienen jedes Jahr gleich zu sein und nichts interessantes schien sich verändert zu haben, denn weder die Menschen auf der Bühne, noch die davor schienen wirkliches Interesse aufbringen zu können. Stundenlang schien das Selbe wiederholt zu werden, was langsam jedem klar wurde und ein Gähner schien den anderen zu verfolgen. Felice jedoch riss sich ordentlich zusammen, immerhin war sie wirklich motiviert dieses Studium erfolgreich ablegen zu können und sich später damit einer ruhmreichen - wenn auch nicht ganz geldversprechenden Zukunft - hinzugeben. Die Stundenpläne wurden ausgeteilt und Kyle ließ es sich nicht nehmen sie auf etwas hinzuweisen, was ihr gleich ins Auge gesprungen war. Dieser Typ war gefährlich! Sie sollte sich bloß in Acht nehmen um nicht von Anhängerinnen seines bestimmt bald existierenden Fan-Clubs umgebracht zu werden. "Nun, ich kenne hier sonst noch niemanden, also warum nicht?", antwortete sie brav und folgte dann dem bereits bestimmten Kyle aus den Stuhlmengen heraus zum offenen Gelände.

Die Blüte, die er ihr ins Haar steckte überraschte sie genauso wie die Tatsache, dass er angehalten hatte um sie zu pflücken. Leichte Wehmut stieg in ihr hoch und ein kleines "Du hättest sie nicht pflücken brauchen...", huschte ihr wenig verständlich über die Lippen. Sie fand Kyle zwar attraktiv, aber die Gefahr die zu weiblichen Seiten von ihm ausging, war ihr relativ schnell bewusst geworden. Seine Entschuldigung schien aus Überzeugung zu kommen, immerhin war es ihm selbst aufgefallen und sie hatte noch nicht den Drang verspürt einen kleinen, bissigen Kommentar abzugeben. Allerdings hing ihr bei seinen Bemühungen ein großes ABER in den Gedanken. "Ich verzeihe dir.", meinte sie also relativ bemüht freundlich, aber nicht versprechend zu klingen. Sie wollte hier keine Hoffnungen wecken, dass man mehr Spaß mit ihr haben konnte, als sie unter wirklichem Spaß verstand. "Das ist wirklich nett von dir - die Blume -, aber...", setzte sie an, ehe sie den Blick zu ihm aufrichtete. "Das ist wirklich nicht nötig.", meinte sie, dennoch freundlich lächelnd. Eigentlich freute sie sich ja schon. Immerhin war sie es, sie, die einzig ware Fee die in ihrer ersten Doppelstunde neues Leben neben einem unglaublich gut aussehenden Mann sitzen würde. Sie hoffte dass ihre eigene Schönheit dadurch auch ein bisschen auffallen würde. Zwinkernd legte sie einen kleinen Gang zu um sich einen guten Platz aussuchen zu können, immerhin wollte sie Kyle nicht die ganze Arbeit überlassen.

"Wie wäre es dort drüben? Am Fenster, wäre doch wunderbar!", meinte sie und deutete auf eine freie Bankreihe direkt an der großen Fensterfront die den Saal erhellte und noch größer erscheinen ließ, als er ohnehin zu sein schien. Sie wartete nicht wirklich seine Antwort ab, da ihr garnicht einfallen wollte, was man gegen einen Fensterplatz einzuwenden haben könnte und stürmte gleich freudig drauf los. Dieses Schmuckstück würde ihr heute keiner vor der Nase wegschnappen, dass hatte sie sich fest vorgenommen als sie mit zielstrebigem und schnellem Schritt die Stufen zu der Bankreihe hinaufstieg und sich dann freudig seufzend niederließ, ehe sie den Rucksack wie zuvor breits auf ihren Schoß zog. Sie sah breit lächelnd, stolz auf sich selbst, zu Kyle hoch und wartete auf eine Bestätigung zu ihrer guten Wahl.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Mo Jun 30, 2014 10:16 pm

Als sie die Blume so verunsichert als „nicht nötig“ betitelte war Kyle für einen Moment irritiert. Fast schien es als… oh. Einen halben Schritt hinter ihr gehend schmunzelte er zu ihrem Hinterkopf hinunter. Offenbar machte sie sich ziemliche Gedanken um die Bedeutung der Blume. Immerhin war, wenn er sich recht entsann, in der Menschenwelt das Verschenken einer Blume gleichbedeutend mit einer recht eindeutigen Avance. Nun, er würde es nicht zurück nehmen, entschied er. Genauso wenig wie er noch etwas dazu sagen würde, um ihre diesbezüglichen Sorgen zu zerstreuen. Dennoch, er würde sich ihr in kleinster Weise aufzwingen, mit der sie nicht auch einverstanden war. Das war nicht sein Stil. Alles was er mit Menschenfrauen tat geschah in absolutem Einverständnis.

Das Lächeln grub sich noch tiefer in seine Züge, als sie so voller Enthusiasmus vor ihm her tänzelte - nein, eigentlich ging sie ganz normal, aber es lag eine Art schlichte Eleganz in ihrem Schritt, als würde sie in einer Melodie leben, die alle außerhalb ihres schimmernden Universums nicht hören konnten und sich dankbar schätzen durften, durch ihren Anblick einen Hauch davon zu genießen. „Genau dafür hätte ich mich auch entschieden“, bestätigte er ihre Sitzwahl und ließ sich geschmeidig neben ihr auf der im hellen Sonnenlicht leicht abgenutzt wirkenden Holzbank nieder. Als der Saal sich schnell zu füllen begann, warf Kyle einen schnellen Blick auf sein Handy, nur um es sofort wieder mit einem entschuldigenden Blick auf Felice wieder in seiner Hosentasche verschwinden zu lassen. „Verzeih“, er zog eine überzeugend reuevolle Miene, „ich scheine heute frustrierend unhöflich zu sein, obwohl ich doch so bezaubernde Gesellschaft habe.“ Als die zweifelnde Verunsicherung wieder in ihren Blick zurückkehrte, lachte er leise und zog eine Augenbraue hoch, um ihr unterschwellig anzudeuten, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte. „Ich warte nur auf einen Anruf von einem alten Freund.“

Richtig; heute Abend war der Abend, auf den er sich schon seit einem Monat freute. Puck war die letzten Wochen im Auftrag von Kyle’s Vater Oberon auf Reisen gewesen, und heute Abend, pünktlich zum großen Ball, würde er zurückkehren. Kyle freute sich sehr, ja, aber nun auch nicht so sehr dass er noch weiter die Gegenwart vernachlässigen würde. „Was mir wie eine passende Überleitung erscheint um so dreist zu sein, um deine Handynummer zu bitten? Es kann nie schaden in Kontakt zu bleiben, wenn man Erstsemester ist. Und falls es dich beruhigt und du dir insgeheim sogen machst, dass ich ein verkappter Serienkiller sein könnte…“ Kyle beförderte seinen Block und einen Bleistift aus seiner Tasche, schrieb mit einem eleganten Schwung seine Handynummer auf das Blatt, riss es aus dem Block und schob es auf ihre Tischplatte. „Falls ich den Test bestehe, kannst du dich ja mal melden. Gerne auch sofort.“ Er wollte noch mehr sagen, doch in diesem Moment trat die Dozentin durch die Tür und in einem für Erstsemester typischen Anfall von Motivation wurde der ganze Raum schlagartig ruhig.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   So Jul 06, 2014 11:28 pm

{WIR SIND BRUTAL UND DOCH CHARMANT

Felice glaubte, dass sie nie jemanden so schrägen getroffen hatte.
Doch Felice Coco Campabell war für die jungen Jahre eines zierlichen, kleinen Mädchens in der Welt bereits durch einige Ecken gereist. Und für ein Kücken mochte sie die Welt bereits aus einigen Ecken kennen gelernt haben, die ihre Sicht darin schärfen sollten. Sie hatte Abigail früh kennen gelernt und war zusammen mit ihr an all den Orten gewesen, die sie entdeckt hatten, die sie besuchen wollten und deren Besuch tatsächlich auch möglich gewesen war. Abigail war der Mensch mit dem sie feiern gewesen war und gelernt hatte, was der Begriff feiern eigentlich bedeuten sollte und wofür alles an Abigail stand. Extravagant, aufdringlich, Bewegung, bunte Lichter, Lautstärke und ein durchdringendes Gefühl des Bass, was die eigene Brust durchquert und an den Füßen kitzelt und das Herz zum stocken zwingt. Niemand hatte als Begleitung ihres Lebens so gut zu ihr gepasst, wie sie. Und das hatte auch damit zu tun, dass sie auf sämtlichen Schrottplätzen gewesen waren, oder dass sie sich ein Baumhaus gebaut hatten, oder dass sie zum ersten mal gemeinsam betrunken gewesen waren. Ebenfalls hatte es damit zu tun, dass sie gemeinsam betrunken werden würden und dass sie in einer WG lebten, oder dass sie Vivian aufgelesen hatten, die Vorsichtige von den dreien. Auch Mortimer konnte daran nichts ändern, dass Abigail immer ein Teil von ihr an Felice gerichtet war. Dennoch. Mit Vivian zusammen waren sie in den Drogenecken, hatten sich betrunken, ihren ersten Tripp erlebt, gemalt, gatanzt, gefeiert und gelebt. Es gab so viele kranke Menschen auf dieser Welt. Und so viele Verrückte.

Und dann war da Kyle Nidawi. Viel eher gab es anscheinend Menschen wie Kyle Nidawi.
Sie betrachtete ihn mit einem fassunglosen und verwirrten Blick, einem leicht geöffneten Mund der sich durch die Verwirrung auftat und einem gekonnten Seitenblick. Seine Schultern hatten die perfekte Breite, um sein Shirt leicht zu straffen, so dass man seinen muskolösen Rücken betrachten konnte und ebenfalls die Wirbelsäule ausmachen zu hoffte, während sein Rücken sich im Verlauf nach unten zu einer perfekten V-Form hingab. Sein Unterkörper dockte also mit einer etwas schmaleren Hüfte an, die das Shirt leicht flattern ließ, sich nun aber raffte, da er ja saß. Sein Gürtel saß passend und verdeckte mit den Knien nach außen gestrecktem Sitz genau die männlichen Teile, die sich jedes Mädchen hier als ebenso herausragend wie den Rest seins Körpers vorstellte. Der gespannte Schritt lenkte allerdings wenig von den langen und dünnen, aber trainierten Beinen ab, die ihm seine stattliche Größe verliehen. Und noch weniger von den eindrucksvollen scheinbar ebenso trainierten Armen die sich freundlich an den Tisch gelehnt nach vorn richteten. Sein Kopf dagegen schien ein Bruchwerk darzustellen. Metall an den Stellen, an denen ein perfekter Körper wie seiner es nie gebraucht hätte um sie hervorzuheben oder zu verschönern. Es änderte sein Gesamtbild vom Traummann zu einer Art verruchter Traummann, der den für die Erotik zuständigen Hirnteil gerade wohl nicht nur bei Felice auf Trab hielt. Seine Haare fielen genauso locker, wie der Rest seiner Ausstrahlung, allerdings wilder, als das was hier gerade neben ihr saß und so verwirrte. Kyle Nidawi ein Mensch mit dem Aussehen eines Märchenprinzen, saß hier direkt neben ihr und erklärte ihr, dass er sich unhöflich verhalten hätte. Er erklärte ihr, dass er auf einen Anruf wartete und dementsprechend nervös auf sein Handy schauen hätte sollen - ständig. Und dass genau dies unhöflich war. Kyle saß neben ihr und kritzelte ihr seine Handynummer auf ein Stückchen Papier. Kyle saß neben ihr und erklärte ihr, dass er kein Serienkiller war und dass er hoffte, sie würde ihm vertrauen und ihn anschreiben - und er begründete auch noch, warum sie es tun würde. Kyle lief neben ihr und pflückte ihr Blumen für ihr Haar. Kyle Nidawi erschien nüchtern, attraktiv und perfekt und vollkommen irre.

Was auch immer es war, so nett er auch war - irgendetwas konnte mit ihm nicht stimmen. Doch es schien nicht das Ausmaß zu haben, was Serienkiller an den Tag zu legen pflegten, also würde sie ihn vermutlich tatsächlich anschreiben. Ziemlich wahrscheinlich, ganz genau weil er ihr die Begründung ja schon geliefert hatte. Erstsemester mussten Kontakte knüpfen und Kontakte pflegen und sie war sich sicher, dass Kyle seine Pflege da etwas genauer nahm, als die, die es noch nie in das Bett eines Mädchens geschafft hatten. Kyle Nidawi hatte nur Pech, dass sie ihn zwar attraktiv genug - mehr als attraktiv genug- fand um mit ihm zu schlafen und sich verwöhnen zu lassen, aber sie sich nicht von jemandem in ihr Bett tragen lassen wollte, der jede Nacht den Eintritt zu einem anderen Schlafzimmer hatte. Aber Freunde konnten sie wohl werden - würde ihr schließlich nicht weh tun und würde sie vielleicht weiterbringen. Trotz der Ruhe hatte Felice sich nicht ganz auf die Einführungsrede der eintretenden Lehrkraft konzentrieren können, weshalb sie nun schuldbewusst ihren Blick wieder nach vorn richtete. Dem zu folge, was an der Tafel stand, konnte sie nicht viel verpasst haben und sie notierte sich die angeschriebenen Dinge, die sie für die nächsten Unterrichtsstunden dabei haben sollte. Dann wurde das erste Buch zum Kurs ausgeteilt und jeder erhielt ein eigenes Exemplar. Ihre Spinddaten waren bereits letzte Woche angekommen und nun hatte sie einen Grund sie auszuprobieren, was irgendwie erfreulich war. Sie reckte ihren Kopf etwas empor um sich selbst an ihre Motivation zu erinnern und von Kyle weniger eingelullt zu werden. Doch da war ein kleiner Papierschnipsel, der nicht aus ihrem Augenwinkel weichen wollte.

Die zwei Stunden gingen erstaunlich schnell herum, da anscheinend niemand darauf erpicht war, direkt am ersten Tag mit einer Aufgabe konfrontiert zu werden, die er tatsächlich die nächsten male bearbeiten würde. Heute schien sich alles auf die Theorie und die Anwesenheitsliste zu beschränken und so lasen sie gemeinsam zwei Buchseiten und diskutierten eine Weile darüber - und über die Materialien die sie brauchen würden. Da die Begrüßungsrede der Universität in die ersten beiden Schulstunden gefallen war und die nächsten nun vorrüber sein würden, stand eine halbstündige Pause auf ihrem Stundenplan und nach dem das Schellen erklungen war, sah sie zu Kyle und blickte ihn fragend an. "Wirst du auch meine Pausenunterhaltung übernehmen?", fragte sie ihn eher ehrlich interessiert als fordernt oder gar belustigend, doch mit einem zarten Lächeln auf den Lippen. Den Zettel mit seiner Handynummer faltete sie andächtig und steckte ihn dann in die vordere Seitentasche an ihrem Rucksack, ehe sie ihre Antwort entgegen nehmen wollte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Mo Nov 03, 2014 12:31 am

Beinahe schuldbewusst wandte Felice ihren Blick wieder nach vorne in Richtung der schon seit einer Weile sprechenden Dozentin zu lauschen, was allerdings nicht das Wirrwarr an Gedanken was hinter ihrer Stirn zu mildern schien, so abwesend wie sie noch immer blickte. Ein Hauch von einem Grinsen umspielte Kyle’s Mundwinkel, doch er akzeptierte, dass sie offenbar der Stunde ihre gar nicht einmal so unverdiente Aufmerksamkeit schenken wollte. Nach etwa der Hälfte der ersten Stunde zückte auch Kyle wieder den Stift, und begann sich in seiner schrägen, geschwungenen Handschrift Notizen zu machen. In den Pausen, wenn es nichts Neues zu verschriftlichen gab, sondern nur verschiedene, in anderer Formulierung schon beantwortete Fragen gestellt wurden, kritzelte Kyle an den Rändern seines Papiers herum. Mehrere kleine Figuren mit karikaturistisch übergroßen Köpfen, die alle übereinander turnten. Einem malte er mittellange Haare und spitze Zähne, dem anderen in die Augen fallende schwarze Haare und Hörner, die anderen konnte er nicht vollkommen vollenden. Auf jeden Außenstehenden hätten diese achtlosen kleinen Figuren wie willkürliche Kreationen der Fantasie gewirkt, und nicht wie tatsächliche Freunde des hochgewachsenen blonden Tagträumers.

Die ganze Stunde über warf er hin und wieder Blicke aus dem Augenwinkel zu der anscheinend hochkonzentrierten Blauhaarigen, stumm über ihr wirklich nicht gerade umbeachtliches Aussehen sinnierend. Für eine Irdische umgab sie ein ungewöhnlicher Glanz, der ihn an die Frauen seiner Welt erinnerte. Frauen aus seiner Welt. Kyle seufzte, als er sich erinnerte was der Anlass war aus dem er an diesem Wochenende am Sommerhof zu sein hatte. Nicht allein um endlich wieder einen unbeschwerten Abend in Gesellschaft einiger seiner besten Freunde zu verbringen, sondern auch um sich an die Abmachung mit seinem Vater zu halten. Man sollte meinen dass Unsterbliche sich weniger Sorgen machen würden, endlich einen Nachkommen ihrer Söhne in die Welt gesetzt zu sehen, aber Titania schien ihrem werten Gatten in dieser Thematik derartig penetrant in den Ohren zu liegen wie „schön es wäre“, ihren Sohn endlich verheiratet zu sehen, dass Kyle regelmäßig von seinem Vater an den Hof zitiert wurde um an einem Bankett teilzunehmen, an welchem ihm dann ungemein unauffällig diese und jene Tochter dieses und jenes Adligen vorgestellt wurde. Nicht, dass ihn eine Gefährtin in die Monogamie zwingen würde, aber es würde seine Bewegungsfreiheit einschränken. Puck vermutete hin und wieder lautstark, dass Titania sich nur so für eine Heirat ihres Sohnes interessierte weil sie wusste, dass es absolut nicht in seinem Interesse lag. Angestrengt rieb Kyle sich die Nasenwurzel und drehte den Stift in den Fingern. Die Lösung war meistens, eine oder zwei Bewerberinnen „anzutesten“, um dann mit einem Schulterzucken und seinen beiden besten Freunden im Schlepptau auf eine Party zu verschwinden, auf der Heirat keine Debatte war, wenn man eins von den Mädchen mitnahm.

Kyle war gerade dabei seine Materialien wieder in seiner Tasche zu verstauen, als ihn die melodische Stimme seiner neu erworbenen Sitznachbarin aus seinen Gedanken riss. Pausenunterhaltung? Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, als sie so interessiert nachfragte, ob sie noch weitere Zeit in ihrer gegenseitigen Gesellschaft verbringen würden. „Mit dem allergrößten Vergnügen“, erwiderte er also genauso ernst, ehe er sie mit einer galanten angedeuteten Verbeugung an sich vorbei in den Gang zwischen den Sitzreihen treten ließ. Mit nur zwei langen Schritten war er unmittelbar danach wieder neben ihr, die Hände in den Hosentaschen vergraben und sie von seinem höheren Blickpunkt aus musternd. „Wonach steht der Dame denn der Sinn?“, mit einem amüsierten Funkeln in den grünen Augen schlug er einen gestelzt höflichen Ton an. Aus der Rolle fallend fügte er an „Ich hab’ gehört es gibt momentan auf dem Campus eine Ausstellung der höheren Semester, passenderweise neben dem örtlichen Starbucks, wenn ich mich recht entsinne. Ich würde also käsetriefendes Brötchen auf der Parkbank vorschlagen, und danach gehen wir inspizieren mit was wir uns hier künstlerisch messen müssen?“ Überlegend blieb er stehen. „Ich glaube, dafür müssen wir hier links.“
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Mo Nov 03, 2014 8:18 pm

{ NO MATTER WHAT IS SAID OR DONE;
EVEN IF IT IS GOING WRONG.

Als sie den Gang erreicht hatte, in dem Kyle sie herausgelassen hatte, blickte sie über die Schulter zurück zu ihm, ehe er sich schnell neben ihr einfand. Es war sonderbar zu einem so großen Mann hochzuschauen, weniger des hochschauens als des würdigens wegens. Abby und Vivian waren deutlich kleiner, was nicht wirklich eine Leistung war, wenn auch selbst die Beiden größer als Felice selbst waren. Ihre mindere Größe wurde nun also noch viel mehr in den Vordergrund gerückt, auch wenn sie Kyle schlecht dafür verantwortlich machen konnte. Sie richtete die Bügel ihrer Tasche und horchte ihm dann aufmerksam zu. „Wonach steht der Dame denn der Sinn?“, fragte Kyle sie und Felice legte den Kopf leicht schief um darüber nach zu denken. Sie wusste nicht wirklich, wonach ihr der Sinn stand, vielmehr hatte sie gehofft er würde etwas vorschlagen. Wenn sie Kyle fragte, ob er ihre Pausenunterhaltung übernehmen wollte, dann stand das doch eigentlich zwischen den Zeilen, oder? Heute schien sie einfach nicht die Entscheidungsfreudigste zu sein. Vielleicht lag es aber auch einfach an Kyle selbst.

Er war ziemlich einnehmend und man konnte sich ja knapp darauf konzentrieren, was man selbst dachte, oder einen Gedanken zu finden, der nichts mit ihm zu tun hatte. Er machte es einem wirklich nicht gerade leicht sich einfach einem anderen Thema hinzugeben, aber Felice bemühte sich. Sie wusste nicht, was es auf dem Gelände alles zu sehen gab, natürlich hatte sie ihr Fach ausprobieren wollen, aber sie konnte ihn wohl schlecht auf eine Reise zum "Testen wir den Pinncode" einladen. Das war weder amüsant, noch unterhaltend und zog sich im besten Falle auch nicht in die Länge. Sie würde dieses Experiment also wohl auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.Dieser aber, warf dann doch wie erwartet etwas ein. „Ich hab’ gehört es gibt momentan auf dem Campus eine Ausstellung der höheren Semester, passenderweise neben dem örtlichen Starbucks, wenn ich mich recht entsinne. Ich würde also käsetriefendes Brötchen auf der Parkbank vorschlagen, und danach gehen wir inspizieren mit was wir uns hier künstlerisch messen müssen?“
Zwar hatte Felice nicht vor sich unter Druck setzen zu lassen, aber es als Galeriebesuch anderer Künstler zu betrachten würde ihr sicher auch nicht schwer fallen. Sie nickte und willigte damit in den Vorschlag ein und ließ sich auch sofort nach links steuern, auch ohne, dass er hätte etwas sagen müssen. Nach dem der Straßenkaffee von heute morgen zwar seine gewohnte Brühe hergegeben hatte, aber eher für die Idee als für die Weckfähigkeit stand, hatte sie nichts gegen einen Kaffee einzuwenden und schon garnicht in Kombination mit einem Brötchen. Zwar grummelte ihr Bauch nicht, aber dazu musste es ja garnicht erst kommen,was? Sie gab sich Mühe größere Schritte zu machen um mit ihm mithalten zu können und um zu verhindern, dass er sich wieder so stark anpassen musste, aber es gelang ihr nicht lange, ohne peinlich herumzustacksen und so musste sie doch darauf vertrauen, dass er kleinere Schritte als für seine Größe üblich machte.

Sie folgte ihm auf den Asphalt hinaus und ließ sich führen, obwohl sie den Weg vielleicht selbst hätte finden können. Doch sie wollte ihrem Bauch nicht noch mehr Anstrengung zumuten und beschloss stattdessen sich den Weg einfach zu merken um den Rückweg zu erleichtern. Noch war nicht klar, auf was sie sich mehr freute : die Brötchen oder aber die Galerie, doch die Vorfreude auf beides stieg je näher sie dem ersten Punkt ihres Verlangens kamen. Sie grinste ihn breit an, als sie sowohl Starbucks als auch die Brötchen erblickte und reihte sich sogleich in die kleine Schlange ein um ihre Bestellung aufzugeben. Sie beschränkte sich auf einen normalen Kaffee mit ordentlich Zucker und ein bisschen Sahne ehe sie bei den Brötchen gleich doppelt zuschlug und ihre kleine Tüte mit einer fast kindlichen Freude entgegen nahm. Sie nahm sich einen Hitzeschutz und wartete dann vor dem Ausgang auf Kyle, ehe dieser fertig war und sah sich dann nach einer Parkbank um, auf der sie ihre Beine zum Schneidersitz zusammenziehen könnte und ihrem Bauch etwas gutes tun würde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Kyle Nidawi
FAIRY PRINCE


Anzahl der Beiträge : 7
Anmeldedatum : 19.09.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Di Mai 05, 2015 12:58 am

Kyle unterdrückte sein Grinsen ob ihrer offensichtlichen Freude über so etwas einfachem wie zwei warm gemachten Brötchen indem er versonnen an mit der Zunge innen an seinem rechten Snakebite spielte und die ausgehängten Tafeln musterte, die die vielfältigen Angebote anpriesen. Als Felice ihre Bestellung aufgegeben hatte, entschied sich der Blonde für einen schlichten schwarzen Kaffee und eins der wenigen vegetarischen Brötchen in der Auslage. Auf den fragenden Blick des Kassierers antwortete er nur gelassen, „Ich zahle.“ Die Brötchentüte in seiner Tasche verstauend zog er seinen Geldbeutel hervor, und wartete dann geduldig, bis der Kassierer das Wechselgeld zusammengesucht hatte, immer wieder verstohlen einen Blick auf Kyle’s Gesicht werfend. Amüsant, doch. Dankend verstaute er das Hartgeld, nahm seinen Kaffee entgegen - konnte es sich dann allerdings doch nicht nehmen lassen, dem objektiv betrachtet doch recht jungen Kerl zuzuzwinkern. Der starrte geschockt zurück, und Kyle drehte sich zu seiner doch deutlich attraktiveren Begleitung, die sich voll und ganz der Suche nach einer Sitzgelegenheit im Freien verschrieben hatte. Angetan von so viel Elan folgte Kyle ihr anstandslos in die von ihr vorgegebene Richtung.

Als sie sich auf die Bank niederließ, zog sie ihre Beine mit sich auf die Bank, und nahm einen gelassenen und geübt wirkenden Schneidersitz ein. Mit einem Schluck von seinem Kaffee hielt Kyle sich von einem - wohlmöglich verbalen - Nachsinnen über ihre soeben präsentierte Gelenkigkeit ab, und holte sein eigenes Brötchen wieder hervor. „Guten Hunger“, lächelte er, ehe sie in einem angenehmen Schweigen beide der Arbeit an ihren Brötchen nachgingen. Als der Geschmack von geschmolzenem Käse sich auf seiner Zunge ausbreitete, schloss Kyle genießerisch die Augen und erlaubte seinen Gedanken ein wenig zu schweifen. In Anbetracht der Tatsache, dass heute gerade einmal sein erster Tag an dieser Universität ins Land gegangen war, hatte er durchaus nichts, worüber er sich beschweren könnte - erst Recht nicht, was seine neue Bekanntschaft anging. In ihrem beiderseitigen nahrungsbedingten Schweigen konnte er sie neben sich deutlich wahrnehmen, was nicht etwa daran lag dass sie schmatzte oder ähnliches, sondern seinen übermenschlichen Sinnen geschuldet war. Er hörte das leise, wie ihr Herz schlug und ihre Lungen sich mit jedem Atemzug bewegten, und selbst auf diese Entfernung konnte er die Wärme spüren, die von ihrer Haut ausging, trotz den fast sommerlichen Temperaturen einige Grad über der sie umgebenden Luft. Eine zarte Böe wehte ihren Duft zu ihm, doch er verflog, ehe Kyle einen passenden Vergleich dafür fand, ihn mit dem von Neugierde getriebenen Wunsch zurücklassend, sich zu ihr zu lehnen und einen genaueren Eindruck zu bekommen. Manieren, Kyle, ermahnte er sich stumm, und schob sich die letzten Happen seines Brötchens zwischen die Lippen. Jetzt mit nichts als seinem Kaffee beschäftigt erlaubte er sich einen interessierten Blick auf die noch immer vollkommen in ihr Essen vertiefte Blauhaarige. Unter ihrer zarten Haut lauerte ein Schimmer von Röte und ihre langen Wimpern warfen im strahlenden Licht der Sonne filigrane Schatten auf ihre zarten Wangenknochen. Sie war zweifellos schön, sowohl nach den Standarts seiner Welt als auch der, in welcher sie lebte. Wieder fiel ihm der leichte, aber unübersehbare Schein auf, der sie zu umgeben schien, und in aller Stille fragte der Elfenprinz sich, ob er es nicht doch mit einer Vertreterin seines Volkes zu tun hatte, getarnt und überaus amüsiert darüber, ausgerechnet mit dem Sohn ihres Monarchen (für eine Elfe des Winterhofes war das warme Funkeln in ihren Augen, welches ihm am heutigen Tage schon mehrmals aufgefallen war, viel zu echt gewesen) in der Menschenwelt einen Kaffee zu sich zu nehmen. Bevor sie auf sein indiskretes Starren aufmerksam werden konnte, ließ Kyle seinen Blick auf die vor ihnen liegende Rasenfläche schweifen. Eine Gruppe von Studenten hatte sich das schöne Wetter zunutze gemacht und spielte eine - dezent klischeehafte - Runde Baseball. Zu ihrer beider Füßen fand sich ein kleiner, bunter Vogel ein, der emsig die Brötchenkrümel aufpickte, die Kyle sich vor einem kurzen Moment geistesabwesend von seinen Oberschenkeln gestrichen hatte.

Als Felice sich erfolgreich durch ihr zweites Brötchen, mit gelegentlichen Schlucken von ihrem Kaffee kombiniert, gekämpft hatte, sah sie erwartungsvoll auf. Kyle grinste, und erhob sich. „Den Kaffee schaffen wir auch auf dem Weg, denke ich.“ Mit bedacht auf ihre Größe Rücksicht nehmenden Schritten setzte der Blonde sich in Bewegung, mit halb gedrehtem Kopf seine Begleitung aufmerksam ansehend. „Kunst also. Eine spontane Entscheidung, oder eher eine jahrelange Faszination?“ Nach einem Schluck von seinem Kaffee fügte er an: „Verzeih mir, wenn das aufdringlich war - meine Fähigkeiten was Smalltalk angeht sind eher beschränkt.“ Ein Lächeln stahl sich über seine Züge, und er wartete neugierig die Antwort ab.
Der Weg bis zur Ausstellung war glücklicherweise nicht weit, auch wenn sie ob ihrer doch noch nicht ganz ausgetrunkenen Kaffeebecher noch einen kurzen Moment vor dem Eingang verweilen mussten.

Hinter der Türschwelle empfing sie die Kühle eines alten Gebäudes und die charakteristische, murmelnde Stille einer Ausstellung. Der Raum selbst war weitläufig und in neutralem Weiß gehalten, mit einem einladend spießigen Teppichboden in undefinierbarem Braun. An den außen verlaufenden Wänden hingen Werke, ebenso wie an den etwa zweieinhalb Meter hohen „Einstellwänden“ die ästhetisch geschickt über den Raum verstellt standen. Der Eintritt war frei, man konnte aber eine Spende für die Erhaltung der Möglichkeit abgeben, diese zu Studentenzwecken zu nutzen. Ein farbenfroher Flyer verkündete, dass am Ende der Ausstellung auch die Werke zum Verkauf stünden. Mit einem Griff in seine Hosentasche opferte Kyle das Dorf vorhandene Kleingeld dem hungrigen Schlund der Spendendose, was ihm ein geübtes Lächeln der Dame hinter dem Tresen einbrachte. Den Gurt seiner Tasche zurechtrückend schloss er dann zu Felice auf, die schon entschieden das nächste Kunstwerk ansteuerte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Felice Coco Campabell
MAY I BE YOUR FAIRY


Anzahl der Beiträge : 6
Anmeldedatum : 06.08.13

BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Fr Mai 29, 2015 7:11 pm

{ IF THE MORNING COMES AT ALL
I'LL DRESS ME UP GONNA WAIT FOR YOUR CALL

Oh…danke.“, bemerkte sie kurz, als er seinen Geldbeutel zückte und die Kosten übernahm. Wollte er nun höflich sein oder imponieren…was auch immer, sie glaubte nicht daran, dass es mehr als eine Gefälligkeit darstellen sollte. Und da sie sich wegen des Studiums bestimmt noch das ein oder andere mal über den Weg laufen würde, hätte sie bestimmt noch genug Gelegenheiten die kleine Summe zurückzuzahlen, oder aber ihm auch irgendwann mal was Bezahlbares auszugeben. Übertreiben musste man ja nicht direkt. Genüsslich widmete sich Felice ihrem spontanen Mahl und genoss es sichtlich, dass sie endlich etwas Warmes in ihrem Bäuchlein hatte. Sie wollte nicht sagen, dass sie ein Genussmensch war, aber sie wusste durchaus eine warme Mahlzeit zur Mittagsstunde zu genießen und auch ein bisschen zu schätzen, auch wenn vielleicht nicht wirklich ein Gourmetessen war. Sie bemerkte Kyles Blicke nicht und sie schien auch zu vertieft darin, sich zu bemühen ohne Soßenflecken aus der Mahlzeit hervor zu gehen, weswegen sie erst später bemerkte wie unhöflich sie gewesen war…Schuldbewusst tupfte sie sich die letzten Krümel aus den Mundwinkeln ehe sie zu ihm hochgrinste. Statt sich zu entschuldigen beschloss sie allerdings ein „Na? Ist der Rasen sehr interessant?“, leise in die Runde zu werfen ehe sie es mit einem Kopfschütteln abnahm und ihre Papierreste in die neben ihr liegende Mülltonne beförderte.

Kyle erhob sich daraufhin und meinte zu ihr, dass sie den Kaffee unterwegs zu sich nehmen sollten und Felice nickte. Sie war gespannt was sie noch tun wollten. „Kunst also. Eine spontane Entscheidung, oder eher eine jahrelange Faszination?“ Nach einem Schluck von seinem Kaffee fügte er an: „Verzeih mir, wenn das aufdringlich war - meine Fähigkeiten was Smalltalk angeht sind eher beschränkt.“ – woraufhin Felice nun wirklich lachen musste. Sie hielt ihren Kaffee gut fest um ihn nicht erneut in Gefahr zu bringen, während sie sich den Bauch festhielt. „Oh bitte. OH bitte. Kyle.“ Sie hielt ihn sich noch einen Moment und japste dann nach Luft,  richtete sich gerade wieder auf und deutete dann mit der nun wieder freien Hand auf Kyle. „Wenn du den Smalltalk nicht beherrschst, dann will ich wissen, was du der Damenwelt ins Ohr flüsterst, was sie sofort von dir überzeugt!“ Sie zwinkerte ihm zu und machte sich dann leicht kopfschüttelnd daran ein paar Schritte nach vorn zu machen. Keinen schlechten Witz, den er gerade gerissen hatte, denn entgangen war ihr nicht, wie die Frauen auf ihn reagiert hatten. Sie selbst wusste nicht ob sie genauso gewesen war wie all die Andere, aber wenn, dann hätte er sich bestimmt nicht länger als ‚nötig‘ mit ihr befasst. Zumindest wollte sie dies ein Stückweit glauben. Als gaffende kleine Frau der Welt, die all den anderen glich wollte sie nicht in die Geschichte eingehen. Dennoch wollte sie ihm eine Antwort nicht verweigern. „…okay aber Kunst. Tja eigentlich war  Kunst schon immer mein Ding…glaube ich. Ich meine ich will nicht zu viel auf mich und mein –offensichtliches- Talent setzen, aber ich male einfach gerne. Und warum sollte ich nicht etwas auswählen, für den Rest meines Lebens, was ich nicht wenigstens gerne mache?!“ ,bemühte sie sich eine vernünftige Antwort auf die Frage zu geben. „Aber die Frage kann ich auch gut zurück geben…?!“ ,versuchte sie seinen Smalltalk zu unterstützen.

Als sie die Ausstellung erreichten, so sporadisch sie auch effizient aufgebaut geworden war, freute sich Felice gleich so, dass sie den Bildern schnell entgegen hüpfte. Sie machte sich nichts daraus, ein Bild zu bewerten, da sie bereits früh für sich festgestellt hatte, dass Kunst bewegen muss und einfach Gefallen muss. Sollte es jemandem nicht gefallen, weil man keinen Sinn dafür hat, oder weil man diese Kunstrichtung einfach nicht verstehen mag, so muss man es einfach akzeptieren. Viele Menschen änderten ihre Meinung der Kunst gegenüber immerhin einfach nicht. Das erste Bild fesselte sie weniger, auch wenn sie es sich trotzdem genau anblickte. Aber das zweite in einem tiefen blau, schwingenden Pinselstrichen und einer anmutigen Frau aus der Rückenperspektive, fesselte Felice umso mehr. Sie mochte die Figur der Frau, wie sie einfach alles zu sein schien, was das Bild wirklich darstellen sollte. Gleichermaßen staunend begutachtete sie den Aufwand dahinter und nickte kaum merklich anerkennend. Sie lächelte und besah es sich noch einen kleinen Augenblick länger ehe sie zu dem nächsten Bild schritt - auch dass in Blautönen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte



BeitragThema: Re: KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT   Heute um 11:43 am

Nach oben Nach unten
 

KAPITEL ;; *MIDSUMMERNIGHT

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
'CAUSE THE DEVIL LIKES IT WHEN WE'RE SPINNING IN HIS GRIN :: GIVE ME YOUR HAND IF WE'LL BE LOVERS :: *MIDSUMMERNIGHT-